Sind deine Guten Vorsätze noch zu retten? Tipps, damit 2022 dein Jahr wird!


Warum gute Vorsätze oft scheitern und Tipps wie du es dennoch schaffen kannst


Am 5.1.2022 waren wir bei Bekannten zu Besuch. Es duftete schon beim Reinkommen. Neugierig und lächelnd schaute ich auf den Ofen. "Ach so", sagte meine Bekannte. "Ich habe einen Apfel-Crumble gemacht - allerdings ohne Zucker.“ Im Nachsatz erklärte sie schnell: „Wir versuchen seit dem 1.1. auf Zucker zu verzichten.“


Der Crumble war perfekt. Es fehlt nichts. Und auch das Vorhaben gesünder zu essen, fand ich ganz wunderbar. Dennoch musste ich schmunzeln, denn da waren sie wieder: Die guten Vorsätze.


„Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung schwer“ Johann Wolfgang von Goethe

Und davon können wir sicher alle ein Lied singen!


Was hat dich am Ende des letzten bzw. zu Beginn dieses Jahres dazu veranlasst, etwas verändern zu wollen? Welche Vorsätze und Ziele hast du dir für 2022 vorgenommen, getragen durch die besinnliche Zeit zum Jahresende?


Und ganz wichtig: Wie sieht es jetzt in diesem Moment damit aus?


Denn das Jahr ist gestartet, der Alltag ist zurück. Die Anforderungen im Job sind dieselben. Die Aufgaben in der Familie ebenso und auch das Freizeitprogramm hat sich vermutlich nicht verändert.


Bist du noch euphorisch bei der Sache?




36 Prozent halten ihre Vorsätze laut der Statista-Befragung bis zu einem Monat durch. 27 Prozent bleiben 2 Monate dabei. Nur jeder Fünfte bricht seine guten Vorsätze nicht.


Gehörst du bereits zu den 20 Prozent der Menschen, die ihre Ziele und Vorsätze erreichen?


Oder hast du es bisher nie lange durchgehalten, willst aber endlich auch über den beschwingten und glanzvollen Jahreswechsel hinaus an deinen Zielen dranbleiben?


Dann lies unbedingt weiter… 😉


7 Gründe, Warum gute Vorsätze nicht funktionieren


1. Weil es nicht die richtigen Vorsätze für uns sind

Freunde haben am Silvesterabend beschlossen, mehr Sport zu treiben. Die Kolleginnen wollen zukünftig auf Süßes verzichten. Unsere Familie teilt uns mit, dass sie gerne mehr Zeit für uns hätten. Und unser Kopf sagt uns, dass der Neustart des Jahres eine gute Idee sein könnte, um eben genau diese Dinge anzupacken und zum Positiven zu verändern.


Die schlechte Nachricht ist: Das reicht leider nur selten, um wirklich etwas durchzuhalten und eine alte Gewohnheit abzulegen und sich eine neue anzugewöhnen. Und so bleibt uns nach 1 Monat oft die Enttäuschung über das eigene Versagen. Adiós guter Vorsatz. Nächstes Jahr ist ja auch noch Zeit.


Wenn wir aber wirklich etwas umsetzen und erreichen wollen, muss nicht nur der Kopf mit, sondern auch das Herz.


Wenn unser Herz jedoch überhaupt nicht für die Sache schlägt, dann wird es schwer, motiviert bei der Sache zu bleiben. Aber Motivation verleiht uns Tatkraft und steuert unser Verhalten. Daher muss das Warum hinter unserem Vorsatz stimmen. Und sobald uns das wirklich klar ist, steigt die Umsetzungs- und Erfolgschance erheblich!


Der Vorsatz muss somit wirklich attraktiv für uns sein!


2. Weil wir uns zu viel vornehmen

Wenn unser Vorhaben zu groß ist, kann der Vorsatz sich wie ein riesiger Berg vor uns auftürmen. Das führt dann eher dazu, dass wir scheitern, weil das ganze Unterfangen und die Umsetzung unschaffbar wirken und der Berg damit unüberwindbar wird. Und weil das so ist, fangen wir gar nicht erst an oder geben schnell wieder auf.


3. Weil wir zu unkonkrete Weg-von-Ziele haben

„Ich will mehr Sport machen, um abzunehmen“. Ein so vages und schwammiges Ziel weg von einem Zustand ist eher zum Scheitern verurteilt, denn es ist negativ, unklar und wenig motivierend.


Wir gehen eher für motivierende "Hin-zu-Ziele" los, die positiv sind: „Ich gehe 3 mal nach der Arbeit für 1 Stunde walken, um wieder mit meinen Kindern um die Wetter rennen zu können.“


Was will ich konkret erreichen? Was ist für mich anders, wenn ich den Vorsatz umgesetzt habe? Die Fragen sind wichtig, um langfristig dranzubleiben.


4. Weil wir nicht wissen, wie wir unsere Vorsätze wirklich auf Dauer umsetzen wollen

Der Vorsatz ist schnell gefasst, aber häufig fehlt uns eine Idee, wie wir ihn auch wirklich umsetzen wollen. Und dann kommt der Alltag dazwischen und so sehr wir uns auch bemühen, siegt der innere Schweinehund.


Ein Umsetzungsplan und die Frage „Welche konkreten Schritte bringen mich meinem Ziel wirklich näher?“ können helfen, um den Neujahrswunsch nicht schon Ende Januar wieder zu begraben.


Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch.


5. Weil wir auf Hürden nicht vorbereitet sind

Wir machen einen Plan, ohne die sehr wahrscheinlich eintretenden Hürden mitzubedenken. Wenn wir uns allerdings nicht auf Hindernisse, auf Regentage, auf Motivationseinbrüche vorbereiten, dann ist es viel schwerer, sie zu überstehen. Bei der ersten Herausforderung kommen wir ins Straucheln und fallen in alte Verhaltensmuster zurück, weil die neuen Gewohnheiten noch nicht stark genug ausgebildet sind. Das braucht Zeit, die wir überstehen müssen. Das braucht Kraft, die wir aufbringen müssen. Das braucht Konsequenz, für die wir uns motivieren müssen.


6. Weil wir nicht ins Tun kommen

Viele von uns sind Wissensriesen und Umsetzungszwerge. So oft habe ich das schon gehört. Und es stimmt. Viele von uns wissen, was es braucht und was sie tun müssten, um die Kilos zu verlieren, die Rückenschmerzen zu bekämpfen oder vielleicht sogar im Job voranzukommen. Nur gehen sie es nicht an, weil sie im Wissen festhängen und nicht ins Tun kommen.


7. Weil der Zeitpunkt unnatürlich ist

Nur weil ein Jahr endet, bedeutet das nicht, dass das auch der passende Zeitpunkt für uns ist, unsere Lebenswünsche, Veränderungen & Co anzugehen. Oft passt es einfach gerade nicht rein und wir können nicht die nötige Motivation aufbringen, die es braucht, das Ziel auch zu erreichen. Das dürfen wir anerkennen. Der Zeitpunkt sollte selbst gewählt sein und zu uns und unserem Leben passen. Denn wer fängt schon mit etwas an, wenn er das Gefühl hat, das Ziel gar nicht erreichen zu können?




Was du tun kannst, um deine Ziele Dennoch zu erreichen


1. Schaffe Klarheit und schärfe deinen Fokus

Da wo unsere Aufmerksamkeit hingeht, entsteht unsere Realität. Das ist mein absoluter Lieblingssatz – zu Recht. Denn sind wir zu ambitioniert und haben zu viele Ideen, Ziele, Vorhaben im Kopf, streuen wir unsere Energie und damit unsere Aufmerksamkeit. Auf diese Weise werden wir jedoch unsere Ziele nur schwer erreichen, weil wir uns zum einen nicht klar darüber sind, was unser wichtigstes Ziel im Moment wirklich ist und uns zum anderen der Fokus fehlt.


Mein Tipp:


Verschaff dir Klarheit und überlege, was dir wirklich wichtig ist. Welche eine Sache möchtest du unbedingt für dich erreichen? Wofür willst du sie erreichen? Was ist dann anders? Wie fühlst du dich dann?


  • Formuliere dir ein ganz KONKRETES, MACHBARES & REALISTISCHES Ziel

  • Wann ist das Ziel für dich erreicht?

  • Wie weißt du, dass du dein Ziel erreicht hast?


Je klarer du das für dich machst, desto besser.


Bist du zudem der Überzeugung, dein Ziel auch wirklich erreichen zu können?


Wunderbar, dann bündele deine gesamte Energie und überlege dir, was dich gut dabei unterstützen kann, deine Energie auf dein Vorhaben zu lenken und dich auf deinen Weg zum Ziel zu machen.


2. überlege dir kleine Zwischenziele

Große Ziele neigen dazu uns aufgrund ihrer Komplexität zu erschlagen. Oft wissen wir dann gar nicht so genau, wo wir eigentlich anfangen sollen und geben schon entmutigt auf, noch ehe wir den ersten Schritt gemacht haben.


Mein Tipp:


Setz dir kleine Zwischenziele auf dem Weg zu deinem Ziel. Mache die Hürden dabei so niedrig wie möglich und überlege dir Meilensteine, die gut zu erreichen sind, die realistisch sind und zeitlich nahe. Denn wenn du deine Etappenziele erreichst, wird dich das motivieren und du bleibst dran.


Und ganz wichtig: Schreib dir deine Ziele und nächsten Meilensteine auf! Mache sie dir in deinem Alltag sichtbar z. B. als Post-it am Kühlschrank, als Notiz am Lenkrad, als Handyhintergrund. Was auch immer zu dir passt. Das ist wichtig, damit du an keinem Tag vergisst, wo deine Reise in diesem Jahr hingehen soll.


3. Bleib jeden Tag dran

Jede Veränderung bringt uns aus unserer geliebten und vertrauten Komfortzone. Das ist anstrengend und beängstigend. Absolut. Und daher ist es auch verständlich, dass viele davor zurückscheuen. Nur mache dir bewusst: wenn du nichts änderst, dann ändert sich auch nichts. Daher starte direkt mit deinem Vorhaben, mache jeden Tag einen kleinen Schritt und bleibe regelmäßig dran.


Mein Tipp:


Gehe jeden Tag einen Mini-Schritt, aber gehe ihn. Nimm dir am Anfang z. B. 2 Minuten Zeit, um etwas zu tun, was dich deinem Ziel näherbringt. Das ist ok, denn kleine Schritte kosten am Anfang nicht so viel Energie und machen es leichter, sich an etwas zu gewöhnen. Dann steigere dich ganz langsam, wenn du soweit bist. Auf diese Weise kannst du Handlungen allmählich in Gewohnheiten verwandeln.


Zur Unterstützung hilft ein Plan: Halte dich an deine Meilensteine und überlege dir ganz genau, was du tun musst, um sie mit kleinen Schritten zu erreichen. Entscheidend ist hierbei wirklich nicht, wie groß der Schritt ist, den du machst, sondern entscheidend ist, dass du ihn machst. Auch wenn das Ergebnis nicht direkt sichtbar ist, verankerst du jedoch Gewohnheiten, die am Ende große Veränderungen mit sich bringen werden.


Frage dich: Was brauche ich, um meine kleinen Schritte auch gehen zu können? Was oder wer kann mich dabei unterstützen?


Bleibst du dran, lernst du dir selbst zu vertrauen. Und du wirst schnell positive Erfahrungen machen, die es dir erleichtern, weiter voranzukommen.



Nicht am Ziel wird der Mensch groß, sondern auf dem Weg dorthin.


4. Mach dir Hürden bewusst

Wenn wir uns etwas vornehmen, vergessen wir oft darüber nachzudenken, woran unser Vorhaben scheitern könnte. Aber sind wir mal ehrlich: die wenigsten Ziele erreichen wir ohne Zwischenfälle, Herausforderungen, Hürden und Hindernisse, Widerstände. Von daher ist es ratsam, sich direkt auf sie vorzubereiten und sie mit einzuplanen. Dann sind wir am Ende nicht überrascht, wenn sie eintreten und können viel besser mit ihnen umgehen.


Mein Tipp:


Überlege dir von vornherein, welche Hindernisse sich dir in den Weg stellen könnten und wie du dein Ziel dennoch erreichen kannst. Mache dir bewusst, dass auch negative Erfahrungen dich wachsen lassen können, wenn du sie als Wachstumschance siehst. Was kannst du für dich daraus mitnehmen? Sollte etwas nicht funktionieren, teste neue Wege und überlege dir, wie es anders funktionieren kann.


5. Feiere deine Erfolge

Wenn wir uns etwas vorgenommen haben, gehen wir oft voran, ohne zu bemerken, wie sich etwas verändert. Aber genau in diesem Aspekt liegt viel Kraft: Kleine Veränderungen sehen, annehmen, würdigen und feiern.


Mein Tipp:


Reflektiere in regelmäßigen Abständen:

  • Wo bin ich gestartet?

  • Wo bin ich heute?

  • Was ist mir auf dem Weg gut gelungen?

  • Was habe ich ganz konkret dazu beigetragen?

  • Wer oder was hat mich gut dabei unterstützt?

  • Welche meiner Fähigkeiten waren besonders hilfreich?

Diese Reflexion hilft dabei, mit Freude dranzubleiben.


6. Achte auf ein unterstützendes Umfeld

Jim Rohn sagte: „Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.“


Wenn wir etwas verändern wollen, wenn wir uns ändern wollen, dann sollten wir auf ein unterstützendes Umfeld achten. Mit welchen Menschen umgibst du dich für gewöhnlich? Mit solchen die vorangehen, Energie ausstrahlen, etwas wagen und bewegen oder mit solchen, die immer alles hinterfragen, ständig Angst haben und aufgrund ihrer ganzen Bedenken nie etwas verändern?


Mein Tipp:


Reflektiere die obigen Fragen gerne mal für dich. Wenn du bisher eher nicht die geballte Motivation und Unterstützung in deinem Umfeld verspürt hast, überlege dir, ob du dir aktiv Unterstützer, Förderer und Menschen suchen kannst, die dich inspirieren, das gleiche Ziel verfolgen oder auch bereits am Ziel angekommen sind. Verbringe mehr Zeit mit ihnen, lass dich mitreißen und reiße mit! 😊


7. Schaffe Verbindlichkeit

Wie oft finden wir Dinge, die uns von unserem eigentlichen Vorhaben abbringen?! Wir lenken uns ab, weil die Veränderung Überwindung und Energie kosten. Unsere Überzeugung: Das können wir auch später noch machen! Richtig? Genau aus dem Grund ist es gut, sich zu seinen Zielen zu „committen“.


Mein Tipp:


Setze dir einen Termin, wann du dein Ziel erreicht haben möchtest und teile ihn mit Menschen in deinem Umfeld. Vielleicht bittest du eine Freundin dich regelmäßig auf dein Ziel anzusprechen. Oder überlege dir etwas anderes, womit du deine persönliche Selbstverpflichtung erhöhen möchtest, z. B. mit einer Belohnung, die du dir am Ende gönnst, mit einer Prüfung oder einer Challenge, für die du dich bereits anmeldest. Überlege dir, wer dich wie konkret bei deinem Vorhaben unterstützen könnte (siehe auch Punkt 6).


8. Bleib Entspannt & Bewahre deine Freude

Was auch immer du verändern möchtest, verliere deine aktuelle Lebenszufriedenheit dabei nicht aus dem Blick. Du lebst jetzt. Du lebst im Moment. Nimm dir gerne immer wieder Zeit dafür, dankbar für das zu sein, was gerade ist. Gönn dir etwas. Freue dich. Du bist wunderbar, auch jetzt schon!


Denn Glück und Zufriedenheit auf später zu verschieben, ist selten eine gute Idee, auch wenn ich ein absoluter Fan von Veränderungen und Zielen bin. Allerdings habe ich gelernt, dass wir Ziele besser erreichen, wenn wir ganz genau wissen, wozu wir sie erreichen wollen und dann, motiviert von der Vision, entspannt und mit Leichtigkeit dabeibleiben können. In der Regel ist so ein Ziel nämlich nichts, was ganz schnell umgesetzt ist.


Verkrampftes hinterherhecheln macht in meine Augen keinen Sinn, denn dadurch verlieren wir unsere Freude und am Ende unsere Motivation.


Mein Tipp:


Lass deiner Kreativität absolut freien Lauf und beantworte dir folgende Fragen: Was kann es dir leichter machen, dein Ziel zu erreichen? Was kann vielleicht sogar dazu beitragen, dass es richtig Spaß macht? Welche Belohnungen können dir helfen, bei der Stange zu bleiben? Was kannst du dir Gutes tun, wenn du ein Zwischenziel erreicht hast? Mit welcher alten Gewohnheit kannst du deine neue Gewohnheit verbinden, sodass es leichter wird?


Und wenn du merkst, dass du nicht gut dranbleiben kannst, dann überlege dir was du brauchst, damit du es kannst. Im Zweifelsfall verändere dein Ziel - es ist ja deins!

7 Tipps für deine guten Vorsätze

Nutze die Tipps für dich und bleib mit Freude dran. Ganz viel Erfolg dabei!


Welcher Tipp hilft dir am meisten weiter? Schreib es gerne in die Kommentare!